Gesangsübung zur Behandlung von Dysphonien
| Termin | 06.10.2012 - 07.10.2012 Samstag: 10.00 bis 18.30 Uhr; Sonntag: 9.30 bis 17.00 Uhr |
| Standort | Kassel |
| Buchungscode | 410886.1 |
| Kosten | 205 € inkl Skript und Pausenkaffee |
| Referent | Mathias Knuth |
| Förderung | Fördermöglichkeiten im Überblick |
| Fortbildungspunkte | Für dieses Seminar erhalten Sie 16 Fortbildungspunkte |
Konzeption von sinnvollen Vokalisen zur Schulung der Singstimme. Transfer des verbesserten Phonationskonzeptes in die Sprechstimme
Das Seminar bietet gleichermaßen Anregungen für Logopäden, Sprachtherapeuten und Gesangspädagogen.
1. Teil: Anatomie und Physiologie der Primärstimme
(3 Unterrichtsstunden)
Nach einer Auffrischung der anatomischen und physiologischen Grundlagen der wichtigsten an der Stimmproduktion beteiligten Muskulaturen und Organe, wird das Zusammenspiel von c.t und vocalis untersucht. Die elementare Bedeutung des gemeinsamen Wirkens dieser antagonistischen Muskelpaare für die Singstimme werden auf unterschiedliche Weise erarbeiten.
Unterrichtsinhalte dieses Seminarteiles sind:
- Kurze Wiederholung der anatomischen und physiologischen Grundlagen von Atmung, Ansatzrohr und Stimme
- Zusammenspiel des antagonistischen Systems von c.t und vocalis und anderer innerer Kehlkopfmuskeln
- Umfang von Männer-, Frauen- und Kinderstimme
- Tonhöhen und Register, Registerübergänge (Passaggio)
2. Teil: Gestaltung von Gesangsübungen/Vokalisen
(4 Unterrichtsstunden)
Gesangsübungen setzen sich im Wesentlichen aus Vokalen, Konsonanten, Melodien (Tonhöhe) und deren Dynamik zusammen. Später kommen noch Emotionen, Tonvorstellung, Körper- und Atemübungen dazu. Im Seminar werden zunächst die Möglichkeiten zur Beeinflussung der Phonation durch diese einzelnen Elemente erarbeitet und danach sinnvolle Kombinationen zusammengestellt. Die Teilnehmer werden durch gemeinsame Gesangsübungen immer wieder dazu angeregt, Unterrichtsinhalte praktisch zu erfahren.
In diesem Seminarteil werden folgende Fragen bearbeitet:
- Was sind Vokale, wie werden sie gebildet und welchen Einfluss haben sie auf die Phonation?
- Welche Konsonanten sind für die Stimmbildung zu verwenden, wie werden sie gebildet und sinnvoll in Gesangsübungen eingesetzt?
- Welchen Einfluss hat die Tonhöhe auf die Phonation? In welcher Tonhöhe sollten Vokalisen gesungen werden? In welcher Tonhöhe sollten Vokalisen begonnen werden?
- Welchen Einfluss haben Lautstärke und dynamische Gestaltung der Übungen?
3. Teil: Transfer in die Sprechstimme
(3 Unterrichtsstunden)
Das mit Hilfe der Gesangsübungen verbesserte Phonationskonzept wir auf die Sprechstimme übertragen. Als Brücke dient dabei in vielen Übungen die Vortrags- bzw. Rufstimme. Es ergeben sich sehr wirksame Methoden zur Behandlung von Dysphonien.
Unterrichtsinhalte dieses Seminarteiles sind:
- Übungen zur Behandlung von Dysphonien
- Transfer von der Singstimme in die Sprechstimme
- Rufen als didaktisches Mittel
4. Teil Arbeit mit der eigenen Stimme; Gruppen- und Einzelarbeit, Hörtraining
(4 bis 6 Unterrichtsstunden)
Die Seminarteilnehmer erhalten die Möglichkeit, bei der Arbeit an der eigenen Stimme die bisherigen Ergebnisse zu vertiefen und praktisch einzusetzen. Dabei wird die Gestaltung und Aufbau der Gesangsübungen gemeinsam besprochen und erarbeitet. Gleichzeitig hilft ein intensives Hörtraining, akustische Phänomene der Singstimme zu erkennen und zu beurteilen.
Unterrichtsinhalte dieses Seminarteiles sind:
- Sängerische Stimmbildung, Einzelarbeit
- Hörtraining
- Gestaltung von Vokalisen in der Praxis
Allgemeines
Bei dem Seminar soll immer wieder die Verbindung von Theorie und Praxis erarbeitet werden. Erkenntnisse über Funktionsweise und Zusammenspiel der inneren Kehlkopfmuskeln werden im Hörtraining durch ihre akustischen Phänomene erkannt und mithilfe der sinnvoll gestalteten Übungen optimiert.
Voraussetzungen
Grundlegende Kenntnisse über die Anatomie der menschlichen Stimme und der Atmungsorgane sowie Interesse, die theoretisch erarbeiteten Unterrichtsinhalte an der eigenen Stimme auszuprobieren. Eine gewisse musikalische Vorbildung ist hilfreich.

