Fachtherapeut/-in Psychiatrie

Termin 27.10.2012
jeweils von 09.00 bis 16.00 Uhr
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Standort Berlin Mitte
Buchungscode 410902.1
Kosten 1.975 €
inkl. ausführliche Skripte und Pausenkaffee
Referenten Benigna Brandt, René Daubern, Susanne Frerichs, Sandra Krah, Beate Kubny-Lüke, Stefani Kuhn, Heike Lagemann, Thomas Leidag, Silke Wilhelms
Förderung Fördermöglichkeiten im Überblick
Fortbildungspunkte Für dieses Seminar erhalten Sie 200 Fortbildungspunkte


Kursinhalt

Die Anzahl der Menschen, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind, hat in den letzten Jahren in Deutschland ständig zugenommen. Hierbei sind sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen. Dies spiegelt sich deutlich in den Patientenzahlen psychisch kranker Patienten wider, die eine ergotherapeutische Behandlung erhalten. Das Arbeitsfeld Ergotherapie in der Psychiatrie wächst ständig an, mit großen Herausforderungen für den jeweiligen Therapeuten. Der Umgang mit psychischen Patienten setzt ein Wissen über die Krankheitsbilder und gängigen Behandlungsmethoden voraus und fordert von den behandelnden Therapeuten eine besonders gute Kommunikations- und Reflektionsfähigkeit. Der Therapeut muss in diesem Arbeitsfeld besonders achtsam die Interaktion mit seinen Klienten gestalten und Situationen schnell analysieren und anpassen können. Neben der fachlichen Herausforderung werden Ergotherapeuten bei der Arbeit mit psychischen Patienten mit Ausnahmesituationen wie Gewalt, Sucht und Suizid konfrontiert.

Die Weiterbildung „Fachtherapeut/-in Psychiatrie“ gibt einen Überblick über die gängigen Behandlungsverfahren in der Psychiatrie. Die Weiterbildung bietet ein umfassendes Spektrum der ergotherapeutischen Behandlung in der Psychiatrie. Die Teilnehmer erhalten einen umfangreichen Einblick in verschiedene diagnostische und therapeutische Möglichkeiten der psychiatrischen Krankheitsbilder. Zusätzlich werden Themen wie Gesprächsführung, Umgang mit schwierigen Patienten, Gewaltprävention und „Für sich selber sorgen“ erarbeitet.

Die Weiterbildung legt den inhaltlichen Schwerpunkt nicht auf die Vermittlung einzelner Krankheitsbilder und deren standardisierten Behandlung, sondern bietet den Teilnehmern ein umfangreiches Seminarangebot, das die besonderen Herausforderungen der Arbeit im Arbeitsfeld Psychiatrie abdeckt. Alle Dozenten verfügen über eine langjährige Erfahrung in der klinischen Arbeit mit psychischen Patienten sowie über Erfahrung als Referenten von Workshops. Viele der Dozenten haben bereits ergotherapeutische Fachliteratur zum Thema ihres Seminars publiziert und können diese theoretischen Grundlagen für ihren Unterricht nutzen. Die Weiterbildungsreihe „Fachtherapeut/-in in der Psychiatrie“ setzt auf die Vermittlung von Fertigkeiten. Die Teilnehmer sollen also nach Abschluss der Weiterbildung nicht nur über einen theoretischen Überblick, sondern auch über konkrete therapeutische Fähigkeiten verfügen, die sie dann in ihrem therapeutischen Alltag anwenden können.

Die Weiterbildung läuft über ein Jahr. Es findet monatlich ein Wochenendseminar statt, die Seminare umfassen in der Regel 16 Unterrichtseinheiten. Zum Abschluss der Weiterbildung fertigen die Teilnehmer eine Fallarbeit an, die im Plenum präsentiert wird.

Themenblöcke der Weiterbildung

Block 1:
Psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter und deren Diagnostik
Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die am häufigsten vorkommenden psychischen und psychosomatischen Störungsbilder und deren Diagnostik im Rahmen der Ergotherapie.

Block 2:
Gesprächsführung

Die Teilnehmer können ein Bewusstsein für eigene Stärken und Schwächen ihres Gesprächsverhaltens entwickeln und ihr bisher intuitives Gesprächsverhalten theoretisch einordnen. Hierfür nutzen sie theoretische Konzepte der klientenzentrierten Gesprächsführung.

Block 3:
Familie in der Krise

Symptome psychischer Erkrankungen können nicht nur den Klienten, sondern auch das ganze Familiensystem belasten. Dies ist besonders der Fall, wenn psychisch kranke Klienten Kinder haben, oder Kinder selber psychisch krank sind. In diesem Seminar lernen die Teilnehmer einen familientherapeutischen Ansatz kennen, der den Patienten nicht als Einzeleinheit begreift, sondern ein familienzentriertes Störungs- bzw. Lösungskonzept erarbeitet.

Block 4:
Einführung in die Systemische Therapie

Systemisches Arbeiten bedeutet, systemisch zu denken. Das Seminar hilft dabei, das Denken systemisch zu erweitern und andere Perspektiven einzunehmen. Die aktuellen Systeme sowie die Herkunftssysteme werden betrachtet und dabei Methoden wie Teilearbeit, Skulpturarbeit oder Aufstellungen kennengelernt. Durch praxisnahe Fallarbeit oder eigener Probleme erforschen die Teilnehmer Systeme und erarbeiten neue Lösungswege. Im Seminar werden viele systemische Methoden vorgestellt, selbst erfahren und ausprobiert.

Block 5:
Umgang mit schwierigen Patienten, Konflikt- und Gewaltprävention

Ausraster, aggressive Kommunikation, Gewalt gegen sich selbst und gegen andere – diese Themen können Angst machen. Wie man mit diesen Ausnahmesituationen als Ergotherapeut im ambulanten und stationären Umfeld lösungsorientiert umgehen kann lernen die Teilnehmer in diesem Seminar.

Block 6:
Arbeitsreintegration mit psychisch kranken Klienten

Nicht als Therapeut, sondern als Coach soll der Ergotherapeut seine Klienten im Feld Arbeitsreintegration begleiten. Die Teilnehmer lernen in diesem Seminar Strategien den Prozess der Arbeitsreintegration psychisch kranker Klienten zu strukturieren und diesen kommunikativ so zu begleiten, dass der Klient zunehmend selbstständiger arbeiten kann. Es werden verschiedene erprobte Modelle präsentiert und an Hand von Fallbeispielen geübt.

Block 7:
Computergestütztes kognitives Training in der Psychiatrie

Softwaregestützte Behandlungsmethoden nehmen in der Ergotherapie einen immer größeren Stellenwert ein. Im Rahmen dieses Seminars erhalten die Teilnehmer eine Einführung in das computergestützte Therapiekonzept COGPAK für den Einsatz mit psychischen Patienten.

Block 8:
Klientenzentriertes Arbeiten, Evidence based practice, ICF, CMOP

Mit Hilfe des Canadian Model of Occupational Performance (CMOP) lernen die Teilnehmer ein Prozessmodell kenne, das die Partizipation der Klienten in den Vordergrund stellt. Warum ein klientenzentriertes Arbeiten in der Ergotherapie unumgänglich ist, wird mit Hilfe der ICF analysiert. Außerdem lernen die Teilnehmer praxisnahe Strategien, mit denen das ergotherapeutische Arbeiten auf seine Wirksamkeit überprüft werden kann, um so die Qualität der Behandlung zu sichern.

Block 9:
Gerontopsychiatrie, Validation

Der demographische Wandel in Deutschland bleibt auch im Arbeitsfeld Ergotherapie in der Psychiatrie nicht unbemerkt. Mit welchen Methoden man gezielte Arbeit mit gerontopsychiatrischen Patienten in der Ergotherapie anbieten kann wird den Teilnehmern in diesem Seminar vermittelt. Im Zentrum steht hierbei das Konzept der Validation.

Block 10:
Sucht in der Psychiatrie/Suizidalität

Im Rahmen dieses Seminars werden zwei Themen abgedeckt. Zum einen nähern sich die Teilnehmer dem Thema Sucht in der Psychiatrie an. Welche Konzepte zum Umgang mit Suchtpatienten gibt es und wie finden diese in der ergotherapeutischen Arbeit Anwendung?
Außerdem wir das Thema Suizidalität erarbeitet. Welche Möglichkeiten gibt es zur Prävention, aber auch zum Umgang mit einem Suizid? Wie kann das Thema z.B. sinnvoll mit anderen Klienten in der ergotherapeutischen Arbeit reflektiert werden?


Zielgruppe

Ergotherapeuten