Basiskurs zu den kognitiv-therapeutischen Übungen nach Professor C. Perfetti (AIDETC anerkannt)

Termin 29.03.2012 - 05.05.2012
donnerstags & freitags jeweils von 9.00 – 17.30 Uhr, samstags von 9.00 – 13.00 Uhr
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Standort Köln
Buchungscode 410842.1
Kosten 680 €
inkl. Skript & Pausenkaffee
Referenten Dott. ssa. der Rehabilitationswissenschaften Franca Pantè, Dott. ssa. der Rehabilitationswissenschaften Carla Rizzello
Förderung Fördermöglichkeiten im Überblick
Fortbildungspunkte Für diese Seminar erhalten sie 50 Fortbildungspunkte.


Kursinhalte

In diesem Kurs werden die theoretischen und praktischen Kenntnisse aus dem Konzept der „kognitiv-therapeutischen Übungen von Prof. C. Perfetti“ vermittelt und vertieft. Dabei stehen zunächst die Beobachtung, das gezielte Erfragen und der aktive Befund im Vordergrund. Das Verständnis für die Entstehung von pathologischen Problemen soll zur Erstellung eines Rehabilitationsplanes führen. Zu erreichende Zwischen- und Endmodifikationen werden konkretisiert. Die Neuorganisation der ZNS mithilfe der kognitiv therapeutischen Übungen ermöglicht einen Lernprozess beim Patienten, bei dem er die Bewegung als Mittel zur Erkenntnis wieder einsetzen kann.

Auf der Grundlage neuester Erkenntnisse zur Neurophysiologie und Neurobiologie wird das Basiswissen über Rehabilitation mit den dazugehörigen Problemen methodisch vermittelt. Die Organisation, Planung und Durchführung der kognitiv therapeutischen Übungen mit Festlegung des Übungsinhaltes mit realistischen und validen Zielen werden ein großer Teil dieses Seminares sein.

Um zum Abschluss der Fortbildung ein Zertifikat zu erhalten, ist Voraussetzung, dass an mindestens 90% des Kurses teilgenommen wird.

Konzeptbeschreibung

Der italienische Neurologe Prof. Carlo Perfetti entwickelte aus der damaligen Unzufriedenheit der Handrehabilitation im Bereich der Neurologie in den 70-er Jahren auf der Basis von wissenschaftlichen Studien ein neues Therapiekonzept. Es besagt, dass die Qualität der Wiederherstellung/des Rehabilitationsresultates wesentlich von den aktivierten kognitiven Prozessen und der Art und Weise, wie sie untereinander aktiviert werden, abhängt.

Ein für uns Therapeuten wichtiger kognitiver Prozess stellt z.B. die Aufmerksamkeit dar. Lernen ist ohne Aufmerksamkeit nicht möglich (Studie G. Recanzone, 2000: „Cerebral cortical plasticity perception and skill acquisition“). Weitere wichtige Prozesse sind die Wahrnehmung, Vorstellung, das Gedächtnis, die Imagination und die Sprache. Je besser es gelingt, diese Fähigkeiten auch in ihrer Interaktion wiederherzustellen, desto besser ist auch die Möglichkeit, eine Kontrolle pathologischer Elemente zu erlernen und anpassbare und variable Bewegungen anzubahnen.

Die drei Basisprinzipien des Konzeptes

Aus diesem Grund betrachtet dieses Konzept die Rehabilitation als Lernprozess unter pathologischen Bedingungen. Der Körper wird als rezeptorielle (wahrnehmende) Oberfläche angesehen, die dank ihrer Fragmentierung (gleichzeitige Bewegung von mehreren Gelenken in verschiedene Richtungen) in der Lage ist, dem ZNS jene Informationen zukommen zu lassen, die es zur korrekten Planung von Bewegung benötigt.

Bereits die Studie von John F. Kalaska („parietal cortex area 5: a neuronal representation of movement kinematics for kinaesthetics perception and movement control“) bewies die Aktivierung des sekundär sensorischen (Areal 5) VOR der Aktivierung des primär motorischen Areals 4. Daher wird Bewegung als Aktion gesehen, die zur Interaktion mit der Realität, abgezielt als Erkenntnisprozess, beiträgt. D.h. als Mittel, um der Umwelt einen Sinn zuzuschreiben, dessen Planung auch eine muskuläre Kontraktion beinhaltet.

Praktische Umsetzung

Der Patient wird mittels einer auf den Körper bezogenen kognitiven Übung (Fragestellung) eingeladen, seine Aufmerksamkeit auf betroffene, meist wahrnehmungsgestörte Körperbereiche zu lenken, Informationen zu konstruieren und die ihm gestellte Aufgabe zu lösen. Über kognitive Prozesse wie diese sind bereits erste Kontrollmöglichkeiten pathologischer Elemente zu beobachten, ohne dass jemals muskeldehnend oder fazilitierend vom Therapeuten eingegriffen wurde.

Der Patient erlangt also eine zentrale Kontrolle über pathologische Elemente in der Peripherie mittels gezielter Aufgabenstellung des Therapeuten. Um hauptsächlich somästhetische Reize verarbeiten zu lassen, werden die Übungen mit geschlossenen Augen durchgeführt.

Die therapeutischen Übungen werden analog zu den neuen Erkenntnisse stetig weiterentwickelt. Dabei kam es auch zur Integration des Einsatzes der motorischen Imagination, welche bereits seit vielen Jahren z.B. im sportlichen und musikalischen Bereich erfolgreich angewandt werden und in diesem Konzept auf der Basis von wissenschaftlichen Studien seit den 90er Jahren in die praktische Umsetzung integriert wurden.

Wenn auch Sie eine ganzheitliche Sichtweise Ihrer Patienten bevorzugen, wird dieses Konzept genau Ihren Vorstellungen entsprechen und der komplexen Pathologie Ihrer Patienten auf adäquate Art begegnen können.

Empfehlung

Die Teilnahme am Einführungskurs zu den kognitiv therapeutischen Übungen nach Prof. C. Perfetti (AIDETC) im Vorfeld wird empfohlen. Wenn Sie die Inhalte des Buches „Der hemiplegische Patient. Kognitiv-therapeutische Übungen“ (Autoren: Carlo Perfetti, Susanne Wopfner-Oberleit, Annelies Dieplinger-Falchetto; Pflaum-Verlag) kennen, ist dies ebenfalls ausreichend.
Der Kurs findet auf italienischer Sprache mit paralleler Übersetzung ins Deutsche statt.

Fachübersetzung

Regina Klossek, Ergotherapeutin, Dozentin (AIDETC), Kommunikationstrainerin